Anlässlich des Antikriegstages erklärt Sabine Lösing, Europaabgeordnete DIE LINKE, zur neuen Afghanistan-Strategie der USA:

„Nun ist sie also entschieden, die neue Afghanistan-Strategie der US-Regierung. Entgegen zahlreichen Aussagen vor und während des Wahlkampfes, erklärte US-Präsident Donald Trump am 21. August, dass der Krieg nicht nur fortgesetzt wird, sondern die US-Soldaten außerdem auch noch aufgestockt werden – die Rede ist derzeit von zusätzlich 3.900 Soldaten, womöglich sogar noch mehr. Mit martialischen Tönen kündigte der US-Präsident die Fortsetzung des Krieges an. Damit bewegt sich Trump erwartungsgemäß in denselben gewohnten Kriegsgefilden wie seine Vorgänger. Für Afghanistan wird dies aller Wahrscheinlichkeit nach auch dieselben Folgen haben: Mehr Krieg, mehr Opfer und mehr Zerstörung.“

Die friedenspolitische Sprecherin der Delegation DIE LINKE im Europaparlament zur Mitverantwortung der deutschen Bundesregierung:

„Nötig wäre stattdessen ein radikaler Kurswechsel, doch was tut die Bundesregierung? Sie will zwar selbst keine zusätzlichen deutschen Soldaten entsenden, ist aber mehrheitlich voll des Lobes ob der ‚neuen‘ US-Strategie. Der CDU-Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen, ging sogar so weit, das Vorhaben der US-Regierung als ‚kohärent, rational und verantwortlich‘ zu bezeichnen. Auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg jubelte: ‚Die NATO bleibt in Afghanistan voll engagiert‘. Ja wie lange denn noch?“

Sabine Lösing abschließend zur aktuellen Lage:

„Erst am Dienstag veröffentlichte die UN einen Bericht, demzufolge allein in diesem Jahr bereits 200.000 AfghanInnen geflohen sind. Täglich gibt es neue Meldungen über Bombenanschläge in dem Land. Eine am Boden liegende Wirtschaft sowie eine zerstörte Gesellschaft sind das Resultat der westlichen Militärintervention. Reichen 16 Jahre Krieg nicht aus, um zu der Einsicht zu gelangen, dass die westliche Truppenpräsenz und Kriegsführung Teil des Problems und nicht der Lösung ist? Augenscheinlich nicht – nicht im Weißen Haus, nicht in der NATO, der EU und ganz offensichtlich auch nicht in der Bundesregierung. Das muss sich endlich ändern – und zwar schnell!“